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Nach vorne denken

Am letzten Aprilwochenende startete Coding da Vinci 2015, der Kulturhackathon, richtig durch: 170 Teilnehmer aus Kultureinrichtungen, Entwickler, Kulturbegeisterte, Webdesigner füllten ab 9:30 Uhr die Räume von Wikimedia Deutschland in Berlin mit ihrer kreativen Energie und bester Stimmung. Am späten Nachmittag lagen bereits die ersten Ideen für neue Anwendungen mit offenen Kulturdaten vor. Aber von vorn:

In seinem Grußwort machte Tim Renner, Kulturstaatssekretär Berlins, deutlich, dass die Digitalisierung der Berliner Kulturlandschaft ein großes Thema der Berliner Kulturverwaltung ist. „Beschränkt euch nicht, denkt nach vorn!“ so die einleitenden Worte von Renner.

Tim Renner ermutigte dazu, Wissen zu teilen und, wo rechtlich möglich, auch offen verfügbar zu machen. Über 30 Kulturinstitutionen, doppelt so viele wie 2014, aus ganz Deutschland und aus allen Sparten hatten für Coding da Vinci 45 Datensets unter einer offenen Lizenz zur Verfügung gestellt und damit den fulminanten Beweis angetreten, dass die Institutionen mehr als bereit sind ihre digitalen Schatzkammern für die Welt zur freien Nachnutzung zu öffnen.

Offene Daten von 33 Kulturinstitutionen

Die GLAM (Galerien, Bibliotheken [Libraries], Archive und Museen) präsentierten ihre Daten im Rahmen einer „Minute Madness“ zunächst im Schnelldurchlauf. Anschließend wurden die Daten in je 15-minütigen Sessions – „Datenrotationen“ – ausführlicher für die Teilnehmer des Kulturhackathons mit ihren technischen Details und den Schnittstellen präsentiert. Eine Vielfalt von Daten, welche die ganze Aufmerksamkeit der Teilnehmer/-innen erforderte:

Angefangen bei dem Fotografennachlass Karl Lutz aus dem Stadtarchiv Speyer mit Aufnahmen aus dem Kriegsalltag des 2. Weltkriegs, über Amateurfilme des frühen 20. Jahrhunderts aus dem Deutschen Filminstitut Frankfurt am Main, digitalisierte Notenrollen für selbstspielende Klaviere des Deutschen Museums München, digitale Stoffmusterbücher der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin, Patentakten aus der Frühzeit der Industrialisierung bis zu den Berliner Großstadtgeschichten der Zentral- und Landesbibliothek Berlin – um nur eine sehr kleine Auswahl zu nennen.

 

Ideenpitch der Teilnehmer

Nach den Kultureinrichtungen waren dann die Entwickler dran, ihre ersten Ideen zu pitchen und sich ein Team zur Umsetzung ihrer Vorhaben zu suchen. Am späten Nachmittag konnten die ersten Projektideen auf dem Hackdash veröffentlicht werden. Bemerkenswert, dass das erste Projekt „Nürnberger Lebkuchen“ auf Basis eines Datensatzes der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB), von den jüngsten Coding da Vinci-Hackern, Florian (9) und Julian (6), gepitcht wurde. Beide nahmen mit ihrem Vater an der Veranstaltung teil. Wie twitterte hernach ein Teilnehmer: „Warum sollte es freies Wissen nur für die Großen geben?“ (https://twitter.com/gschaftlhuaba/status/592237648107982848) Spannend auch die Projekte, die versuchen im und gegen das digitale Medium zugleich zu arbeiten, wie zum Beispiel das Kurbelinterface für digitale Filme oder auch Visualisierungen wie „Rolling Stone“ von einem Team, das mit den Daten aus der geologischen Sammlung des Stadtmuseums Berlin arbeitet.

Wer sich von ersten umgesetzten Anwendungen überzeugen und inspirieren lassen will, dem sei die Projektseite von Coding da Vinci 2014 empfohlen.

Der frühe Coder …  

Der zweite Tag des Coding da Vinci-Kickoffs startete mit einem gemeinsamen Frühstück, dann  arbeiteten die Entwicklerteams an ihren Datensets weiter, freiwillig unterbrochen höchstens durch die Teilnahme an einem der sechs Workshops, die im Lauf des Sonntags angeboten wurden.

Hier konnte man entweder im technischen Bereich dazulernen (Datenvisualisierungen, Datenschnittstellen, Wikidata) oder sich beispielsweise über Förderprogramme bundesweit und mit Berliner Zuschnitt informieren.

 

 

 

Ein Wochenende ist nicht genug – wir sehen uns am 5. Juli wieder!

Damit aus den ersten Projektideen nachhaltigere Prototypen entstehen können, ist Coding da Vinci im Gegensatz zu vielen anderen Hackathons nicht nach diesem Wochenende vorüber, sondern läuft noch zehn Wochen weiter. Am 5. Juli werden im Jüdischen Museum Berlin die Ergebnisse des Hackathons präsentiert und von einer Jury auch prämiert. Wir sind sehr gespannt, welche neuen Apps, Hardware-Projekte, Spiele auf Basis der Coding da Vinci-Daten entstehen!


Coding da Vinci ist auch 2015 wieder eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Digitalen Bibliothek, Open Knowledge Foundation Deutschland, Servicestelle Digitalisierung Berlin und Wikimedia Deutschland.

Links:

Hackdash: http://hackdash.org/dashboards/cdv15

Webseite: http://codingdavinci.de/

Fotos der Auftaktveranstaltung 25./26. April 2015: http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fotos_Kick_Off_25._%26_26.04.2015

Lizenzhinweis Fotos: Coding da Vinci - der Kulturhackathon. Fotograf: Heiko Marquardt - Lizenz CC BY 3.0

 

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