5 Jahre digiS – 5 Jahre Förderprogramm Digitalisierung Berlin

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Am 1. Dezember 2017 haben wir mit vielen PartnerInnen aus Kulturerbe-Einrichtungen, mit denen wir in den vergangenen Jahren in der einen oder anderen Form in Projekten zusammengearbeitet haben, sowie mit weiteren 150 Gästen auf die Ergebnisse unserer gemeinsamen Arbeit zurückgeschaut. Viele Wegbegleiter und PartnerInnen aus unserem Netzwerk waren anwesend, um das 5-Jahres-Jubiläum gemeinsam mit uns zu feiern, darunter Interessierte aus Politik, Verwaltung und Kultur, VertreterInnen der Zivilgesellschaft wie Wikimedia und verwandte Einrichtungen wie die Deutsche Digitale Bibliothek sowie Koordinierungs- und Kompetenzzentren im Bereich Digitalisierung aus anderen Bundesländern.

Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführerin des Zuse Institute Berlin, Annerose Steinke, startete Kultursenator Klaus Lederer enthusiastisch in den Tag. Das Förderprogramm und Netzwerk von digiS seien eine offene Infrastruktur fürs Digitale, so Lederer. Die Digitalisierung diene der Demokratisierung des Zugangs zum kulturellen Erbe.

Klaus Lederer

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin – digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Grußwort Klaus Lederer @digiSberlin via twitter

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin – digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Begrüßung Klaus Lederer


 

Thorsten Koch, Projektleiter von digiS, spannte in seinem Vortrag „Vom Netz gehalten oder im Netz gefangen – Zur Konvergenz der Daten“ in gewohnt leichtfüßiger Weise den Bogen von der Mathematik bis hin zu #kulturgutdigital.

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin – digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Vortrag Thorsten Koch


 

digiS-Tafel 2012

Im Partnerdialog „Retro 1“ mit dem Stadtmuseum Berlin, vertreten durch Sebastian Ruff, ging es zunächst um einen Rückblick auf die Anfänge des Förderprogramms im Jahr 2012 mit den ersten fünf Projektpartnern (Bröhan-Museum, Brücke-Museum, Landesarchiv Berlin, Stadtmuseum Berlin, Zentral- und Landesbibliothek Berlin) und den ersten acht Projekten. Das Zwei-Säulen-Konzept einer zentralen Koordinierungsstelle und Projektbegleitung, verbunden mit einem wettbewerblich organisierten Förderprogramm zur nachhaltigen Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin, war und ist die zentrale Grundidee. In fünf Jahren wurden auf diese Art 59 Projekte mit 29 Einrichtungen durchgeführt.

Über 100 Einrichtungen wurden beraten. Das Förderprogramm basiert auf dem Berliner Digitalisierungskonzept von 2010. Inwiefern auch eine Wandtafel für die ersten Monate des frisch initiierten Förderprogramms eine Rolle spielte, können sie selbst im Videoausschnitt nachhören.

Partnerdialog: A. Müller und S. Ruff

CC BY 4.0 Wladimir Raizberg. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital @klauslederer via twitter

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin – digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Retro 1


 

„Gemeinsam gute Daten schaffen“ – so lautet der Titel des diesjährigen digiS-Films. Er handelt – wie sollte es anders sein – vom Berliner #kulturgutdigital, den Daten und den Digitalisaten unserer Netzwerkpartner und erzählt (eine) Berliner Geschichte.  Ein Film über Daten, ihre Kontexte und den Wert von Open Data. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an alle digiS-Partner, die für den Film Digitalisate bereitgestellt haben, sowie an die Berliner Agentur „Goldener Westen“.

CC BY 4.0 Zuse-Institute Berlin 2017 – digiS


 

Titelseite Handreichung Recht

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle die von digiS herausgegebene Handreichung Recht auf Basis des neuen Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes (UrhWissG):

In bewährter Kooperation mit iRights.Law wurde diese aktualisiert und ist seit kurzem sowohl bei uns in gedruckter Form erhältlich als auch unter der DOI http://dx.doi.org/10.12752/2.0.002.3 im Netz abruf- und zitierbar.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Auch in anderen Bundesländern gibt es natürlich digiS-ähnliche Enrichtungen. In Form eines Peer Reviews sollte beim zweiten Panel der Konferenz „Norden, Süden, Osten, Westen – Berlin kann es am besten?“ der Vergleich gewagt und das Verbesserungspotential auch für Berlin gemeinsam mit unseren Gästen Yasi Schneidt und Petra Newrly (MFG Baden-Württemberg), Viktor Pröstler und Sybille Greisinger (Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern), Ulf Preuß (Koordinierungsstelle Brandenburg Digital) und Frauke Rehder (digiCULT Schleswig-Holstein) ausgelotet werden.

Same but different! digiCULT setzt den Schwerpunkt auf die Bereitstellung technischer Infrastrukturen zur Erschließung und Präsentation von digitalen Beständen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Arbeit an Normdaten. Die Koordinierungsstelle Brandenburg Digital steht unter anderem vor der Herausforderung, in einem Flächenland den hoch spezialisierten Beratungsbedarf der kleineren (Archiv-)Einrichtungen zu bündeln, diese mit den größeren Institutionen des Landes zu vernetzen und zu erfolgreichen Kooperationsprojekten zusammenzuführen. Bayern bietet über die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen ein großes Repertoire an verschiedensten Tools an, sowohl in Form von Beratung als auch mit konkreter technischer Unterstützung. Die Bandbreite reicht von Unterstützung bei der Entwicklung von Digitaler Strategie und Social Media, App-Baukästen, Digitalisierung und Dokumentation bis hin zu einem CMS für Museumswebseiten. Baden-Württemberg setzt auf Beratung und Vernetzung zwischen Kultur- und Kreativwirtschaft im Rahmen seiner Innovationsagentur, der MFG Baden-Württemberg, durch die darin angesiedelten Projekte opencultureBW sowie Museum2.0. Auch hier wird die direkte Umsetzung der Nachnutzung im Rahmen von Hackathons gleich in der Praxis erprobt.

Ein ungelöstes Problem in allen Bundesländern: die Realisierung der Langzeitverfügbarkeit der Daten – Berlin hat hier im Rahmen der Kooperation mit dem Zuse Institute Berlin den ersten Ansatz einer Lösung entwickelt.

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin/digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Peer-Review-Panel

 


 

Keine Jahreskonferenz ohne einen Schuss Wahnsinn – am 1. Dezember läuteten die diesjährigen Projektpartner von digiS mit ihrer Minute Madness die Projektmesse auf der Konferenz ein. Dabei wurde deutlich, wie breit das sogenannte Kulturerbe ist. Neu dabei im Netzwerk der Projektpartner waren in diesem Jahr als bezirkliche Einrichtung die Kunstsammlung Pankow, die mit ihrem Digitalisierungsprojekt zum Nachlass Egmont Schaefers nicht nur ihr Pilotprojekt startete, sondern dies gleich in einem großen Verbund gemeinsam mit der Berlinischen Galerie und dem Stadtmuseum Berlin tat. Der Nachlass des Künstlers ist verteilt auf diese und weitere Berliner Institutionen. Neu dabei war 2017 auch das MIME-Centrum, dem es um die Bewahrung und die digitale Zugänglichkeit des Tanzerbes geht. Als wissenschaftliche Einrichtungen sind erstmals mit im digiS-Projektboot die TU Berlin (Universitätsarchiv) mit ihrer Flugblattsammlung aus der Studentenbewegung sowie das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) mit der Digitalisierung und Bereitstellung der Zeitschrift für Wohlfahrtspflege (1924-1944).

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin/digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Minute Madness Projekte 2017


 

Projektmesse

CC BY 4.0 Wladimir Raizberg. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Projektmesse 2017

Die direkt nach der Minute Madness stattfindende Projektmesse bündelte die 10 Projekte aus dem Förderjahr 2017 mit weiteren 13 Projekten aus den Vorjahren zu fünf thematisch gruppierten Projektmesseständen. Wer waren die „Fragilen Berliner“? Ist wirklich das gesamte Werk Georg Kolbes inzwischen digitalisiert? Wie wird Tanz digital beschrieben und modelliert? Was geschah inzwischen mit den Modellbüchern Bertolt Brechts, was haben Egmont-Schaefer-Digital und der AEG-Firmennachlass gemeinsam, und war Crowd Sourcing für die historischen Berliner Telefon- und Adressbüchern ein Erfolgsmodell? Natürlich fehlte auch das Thema der Nachnutzbarkeit nicht auf unserer Projektmesse, vertreten durch den Kulturhackathon „Coding da Vinci“.

 


 

Openess Panel

CC BY 4.0 Wladimir Raizberg. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Openess Panel 2017 (von links: Beat Estermann, Jürgen Christof, Karin Glasemann, Christina Riesenweber)

Ziel der letzten Panelrunde „Openess für die Berliner Digitalkultur“ war es, den Blick von Deutschland auf Europa zu lenken. Wie wird in anderen europäischen Ländern mit (Kulturerbe-)Daten umgegangen, und wie werden dort die Chancen offener Kulturdaten für die breite Öffentlichkeit, für Forschung und Wissenschaft diskutiert? Hierzu hatten wir eingeladen: Beat Estermann (stellvertretender Leiter des Schwerpunkts „Open & Linked Data“ am E-Government-Institut der Berner Fachhochschule), Karin Glasemann (Digital Coordinator, Nationalmuseum Schweden & Mitglied des Europeana Members Council) und Jürgen Christof (Leiter der Universitätsbibliothek der TU Berlin). Moderiert wurde das Panel von Christina Riesenweber, Open Access Büro Berlin. 2015 hat das Land Berlin eine Open-Access-Strategie verabschiedet.  Besonders ist dabei, dass nicht nur Open Access für Wissenschaftliche Veröffentlichungen, sondern auch offene Kulturdaten den Weg in die Strategie gefunden haben, verbunden mit der Forderung nach Offenem Zugang zur Nachnutzbarkeit. 2016 wurde daher auch das landesweite Open-Access-Büro eingerichtet, das die Umsetzung dieser Strategie begleitet. War bereits am Morgen eine starke Diskussion über die Öffnung des Urheberrechts für Kulturerbe und die Forderung nach einer entsprechenden Schrankenregelung und einer politischen Lösung entbrannt, ging es nun insbesondere um die Haltung in den Institutionen zum Thema „Offener Zugang“. Ein besonders starkes Votum für Offenheit als Haltung, welche die gesamte Organisation durchdringen muss, kam hierbei von Jürgen Christof (TU Berlin), der das Thema aber auch strategisch als Daseins-Legitimationswerkzeug einsetzt.

Die größten Hindernisse für Open Access verortet Beat Estermann eher im psychologischen Bereich: es gebe Angst vor Kontrollverlust und daher auch vor (vermeintlich) entgehenden Einnahmen. Karin Glasemann wiederum fordert von den Museen ein, dass sie zuverlässigen, guten Content liefern und zwar an die Plattformen, Portale, API etc., worüber diese Inhalte auch wirklich nachgenutzt werden können. Eine größere Diskussion mit dem Publikum entspann sich über einen Teilnehmerbeitrag, der die Rolle der Künstler selbst ins Spiel brachte, die – unabhängig von der Haltung der sie sammelnden Einrichtung – durch die digitale Nachnutzbarkeit mit den Wirkungen von Creative Commons Lizenzen konfrontiert und auch herausgefordert sind.

CC BY 4.0 Zuse Institute Berlin – digiS. digiS-Jahresveranstaltung 2017 #kulturgutdigital – Openess Panel

Wir freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen mit unseren Gästen im Rahmen des Förderprogramms oder bei einer unserer kommenden Veranstaltungen!