Projektarchiv 2015

Anfang Dezember 2014 wurden von einer fünfköpfigen Fachjury die Projektanträge für das Förderprogramm Digitalisierung Berlin 2015 beraten und abschließend der Senatsverwaltung für Kultur und Europa empfohlen. Das Förderprogramm bestand 2015 aus neun Projekten. Erstmals dabei waren die Stiftung Deutsches Technikmuseum (SDTB) sowie das Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin. Weiterhin wurden gefördert: Berlinische Galerie, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit (Stiftung Topographie des Terrors), Georg Kolbe Museum, Museum für Naturkunde mit zwei Projekten und die Stiftung Stadtmuseum Berlin ebenfalls mit zwei Projekten. Eine Kurzinformation zu den Inhalten der Digitalisierungsprojekte sowie den Ansprechpartnern in den Institutionen folgen auf dieser Seite.

Der Jury 2015 gehörten an: Frau Prof. Gabriele Beger (Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg), Frau Prof. Monika Hagedorn-Saupe (Stellvertr. Leiterin beim Institut für Museumsforschung), Herr Dr. Michael Hollmann (Präsident des Bundesarchivs), Herr Prof. Holger Simon (Pausanio GmbH&Co.KG), Herr Philipp Otto (iRights).

  • BG

    Digitalisierung des zeichnerischen Werks der jüdischen Künstlerin Gertrude Sandmann (1893-1981)

    In den letzten Jahren kam das Werk der jüdischen Zeichnerin Gertrude Sandmann in Ausstellungen und Publikationen erstmals wieder an die Öffentlichkeit und offenbarte eine wichtige aber vergessene Künstlerin: Während der NS-Zeit war Sandmann in dreifacher Hinsicht Restriktionen, Repressalien und Verfolgung ausgesetzt - als Jüdin, als lesbische Frau und als Vertreterin des veristischen Zweigs der Neuen Sachlichkeit.

    Ziel des Projekts war es, ein 500 Blätter umfassendes Konvolut von Zeichnungen Gertrude Sandmanns, entstanden zwischen 1918 und 1979, das als eine Schenkung aus dem Nachlass vor kurzem der Berlinischen Galerie übereignet wurde, durch die Digitalisierung der Öffentlichkeit und der wissenschaftlichen Forschung zugänglich zu machen. Die Datensätze und Digitalisate sind über die Website der Berlinischen Galerie, der Deutschen Digitalen Bibliothek und EUROPAEANA verfügbar.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartnerin Berlinische Galerie:

    • Annelie Lütgens
      E-Mail: luetgens"at"berlinischegalerie.de

    Website: www.berlinischegalerie.de

  • GKM

    Digitalisierung der Gipsmodelle im Georg-Kolbe-Museum

    Das Werk Georg Kolbes umfasst unter anderem ca. 1.000 Skulpturen, von denen sich 220 Bronzen im Besitz des Georg-Kolbe-Museums befinden. Der Bildhauer bewahrte außerdem eine große Anzahl seiner Gipsmodelle auf, die in der Regel die Grundlage für den späteren Bronzeguss bilden. Hervorzuheben sind hier die 80 Modelle für Porträtbüsten bekannter Persönlichkeiten wie Max Liebermann, Ferdinand Sauerbruch, Friedrich Ebert, Max Slevogt, Anette Kolb und Henry van de Velde. Einige dieser Gipsmodelle sind Unikate und gelten als einziger Nachweis für ein Werk. Dies betrifft jene Gipsmodelle, die Kolbe nicht für den Bronzeguss vorgesehen hatte, aber auch Modelle, deren Bronzeausführungen verschollen sind oder im Krieg zerstört wurden. Im Projekt sollen 300 Gipsmodelle Georg Kolbes fotografisch und teils als 360˚ Fotoserien (3D-) digitalisiert werden.

    Die im Aufbau befindliche Objektdatenbank sollte um die Darstellung der Gipsmodelle erweitert werden. Hierbei entstand eine Gesamtschau der Bestände des Museums: die Gipsmodelle wurden zusammen mit den bereits vorliegenden Digitalisaten der Bronzeskulpturen, der Handzeichnungen zu Entwürfen und historischen Fotografien des Atelierbetriebes aufbereitet. Alle Daten wurden zudem über die DDB verfügbar gemacht.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Georg-Kolbe-Museum:

    • Carolin Jahn
      E-Mail: jahn"at"georg-kolbe-museum.de
    • Julia Wallner
      E-Mail: wallner"at"georg-kolbe-museum.de

    Website: www.georg-kolbe-museum.de/

  • FUB

    Nachlass des Bühnenbildners Traugott Müller (1895-1944)

    Traugott Müller zählt zu den bedeutendsten Bühnenbildnern des deutschsprachigen Theaters seiner Generation. Müller prägte ab Mitte der 1920er Jahre in der Theatermetropole Berlin die technisch avantgardistischen Inszenierungen Erwin Piscators wesentlich mit. Er entwarf Bühnenräume u. a. für Leopold Jessner, Berthold Viertel und Gustaf Gründgens, der ihn 1935 fest an das Preußische Staatstheater verpflichtete. Bis zu seinem Tod 1944 arbeitete er hier auch immer wieder für Jürgen Fehling, den genialen Außenseiter des NS-Repräsentationstheaters.

    Das Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin besitzt den umfangreichsten Teilnachlass Müllers, darin rund 90 % des erhaltenen grafischen Werkes, ergänzt durch eine reiche, von Müller selbst angelegte Fotodokumentation zu ca. 60 Inszenierungen. Der Bestand von 400 Blättern mit rund 550 Bühnenbild- und Kostümentwürfen wurden komplett digitalisiert und online bereitgestellt, ergänzt durch ausgewählte Fotografien, die die Umsetzung der Entwürfe anschaulich machen, aber auch selbst eine wertvolle Quelle der Berliner Theatergeschichte sowie der Geschichte der Theaterfotografie darstellen. Das Projekt hat zusätzlich best practices erarbeitet, die für alle theatersammelnden Einrichtungen verfügbar gemacht wurden. Darüber soll in Kooperation mit dem "Runden Tisch" der Berliner theatersammelnden Einrichtungen zu deren weiterer virtuellen Vernetzung beigetragen werden.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Theaterhistorische Sammlungen:

    • Peter Jammerthal
      E-Mail: peter.jammerthal"at"fu-berlin.de 

     Website: http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we07/institut/kontakt/index.html

  • logo-mfn

    Befreiung aus dem „Knochenkeller“ - Ein Online-Zugang zu den Tendaguru-Dinosauriern des Museums für Naturkunde

    Im Projekt werden ca. 360 Knochen aus der Tendaguru-Ausgrabung (1909-1913) des damaligen Berliner Naturkundemuseums digitalisiert. Die Sammlung umfasst mehrere Tausend Knochen. Die größten und unhandlichsten davon, die Langknochen der Beine und die Knochen von Schultern und Hüften der Dinosaurier, werden mithilfe photogrammetrischer Verfahren zugänglich gemacht. Ergänzt wird die Sammlung durch bereits vorhandene 3D-Scandaten, z.B. aus MikroCT und Laserscans, sowie um 2D-Scans der Funddokumentation und wissenschaftlichen Publikationen zu den Funden bis 1970.

    Die Ergbnisse wurden für die (Fach-)Öffentlichkeit im Netz dargestellt und über ein entsprechendes Medienrepositorium mit webgeeigneten 3D-Vorschauen und Metadaten verfügbar gemacht.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Tendaguru in 3D:

    • Heinrich Mallison
      E-Mail: heinrich.mallison"at"mfn-berlin.de

     Website: www.naturkundemuseum-berlin.de und https://dinosaurpalaeo.wordpress.com/

  • logo-mfn

    Digitalisierung und Erschließung der Tierstimmensammlung von Hans Lütgens (1920-1987)

    Sammlungen analoger Tonaufzeichnungen sind in besonderem Maße bedroht, ohne zeitnahe Konservierungsmaßnahmen unwiderruflich verloren zu gehen. Im Rahmen des Projektes wurde der Nachlass des Bioakustikers Hans Lütgens dauerhaft gesichert. Bemerkenswert an der Sammlung ist, dass Hans Lütgens blind war und daher beim Erstellen der Aufzeichnungen voll auf das Gehör angewiesen war. Die Sammlung sollte insbesondere auch Menschen mit Sehbehinderungen zugänglich gemacht werden. Sie umfasst 162 Spulentonbändern und 82 Audiokassetten, die digital gesichert und annotiert werden. Die Erstellung einer barrierefreien Webseite erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin. Die annotierten digitalen Tondokumente wurden über die Datenbank des Museums für Naturkunde frei zugänglich gemacht sowie über die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB).

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Tierstimmenarchiv:

    • Karl-Heinz Frommolt
      E-Mail: karl-heinz.frommolt"at"mfn-berlin.de

     Website: www.naturkundemuseum-berlin.de und www.tierstimmenarchiv.de

  • StMDas Stadtmuseum plante mit diesem Projekt eine Ergänzung und virtuelle Zusammenführung der bereits digitalisierten Fotobestände des Museums mit den schriftlichen Überlieferungen. 1.000 Handschriften, Urkunden, Manuskripte, historischen Karten und Pläne sowie Akten aus der Museumsgeschichte vor 1848, ein Auswahl von Manuskripten Theodor Fontanes und Autografen Alexander von Humboldts wurden digital aufbereitet und sowohl über die museumseigene Sammlungsdatenbank sowie die DDB verfügbar gemacht.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Stadtmuseum:

    • Sebastian Ruff
      E-Mail: ruff"at"stadtmuseum.de

    Website: www.stadtmuseum.de
    Sammlung online:
    https://sammlung-online.stadtmuseum.de

  • StM
    Bislang konnten die Portraitbüsten des Stadtmuseums in der Öffentlichkeit aus restauratorischen Gründen wenig gezeigt werden. Als Ergebnis dieses Projekts übernehmen die Digitalisate dieser Portraitbüsten die virtuelle Vermittlung zwischen dem im Magazin verbleibenden Original und dem Nutzer. Übergeordnetes Ziel des Projektes war es, zu einer Gesamtpräsentation dreidimensionaler Objekte zu gelangen. Dazu wurden 170 Gips-Portraitbüsten, Lebens-/ Totenmasken aus der Skulpturensammlung des Museums mit 360°-Fotografie digitalisiert und annotiert. Es handelt sich dabei um „Berliner Köpfe“ des 18. bis 20. Jahrhunderts, angefertigt von „den“ Berliner Künstlern und Bildhauern wie z. B. von Johann Gottfried Schadow, Christian Friedrich Tieck, Christian Daniel Rauch, Reinhold Begas. Die Präsentation der Objekte erfolgt über die Präsentationssoftware „Sammlung online“, die hierfür um eine zoombare 360°-Ansicht erweitert wurde und natürlich auch über die DDB.Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Stadtmuseum:

    • Sebastian Ruff
      E-Mail: ruff"at"stadtmuseum.de

    Website: www.stadtmuseum.de
    Sammlung online:
    https://sammlung-online.stadtmuseum.de

  • Print

    Online-Präsentation von Archivalien und Objekten aus den Sammlungen der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin

    Das Technikmuseum digitalisiert ausgewählte Bestände des Historischen Archivs und aus der Objektsammlung. Aus dem Historischen Archiv wurden Archiktektur- und technische Zeichnungen von Windmühlen und Müllereimaschinen der Firma A. Wetzig von 1878 bis 1920 ausgwählt. Aus dem Bereich der Objektsammlungen wurde der bereits digital vorliegende und gut erschlossene Bestand von Objekte aus dem ehemaligen Bau- und Verkehrsmuseum im Hamburger Bahnhof digital aufbereitet. Die Objekte wurden über die im Projekt zu entwickelnde Webdatenbank des Museums sowie über die DDB und Europeana zugänglich gemacht. Damit ist die Basis geschaffen, mit der zukünftig schrittweise die gesamten Schätze der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin der Öffentlichkeit online zugänglich gemacht werden können.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Technikmuseum:

    • Reiner Schipporeit
      E-Mail: schipporeit"at"sdtb.de

    Website: www.sdtb.de/

  • nsdok_logo

    Nach der Aufbereitung der AV-Zeitzeugeninterviews 2014, wurden 565 mehrseitige Briefe mit eingelegten Dokumenten und Fotografien von ehemaligen polnischen, tschechischen und sowjetischen Zwangsarbeitern digitalisiert. Das zu erschließende und zu digitalisierende Material ist ein Depositum der Berliner Geschichtswerkstatt. Die Digitalisate wurden über die Web-Datenbank des Dokumentationszentrums sowie über die DDB verfügbar gemacht - aufgrund des Schutzes des Persönlichkeits allerdings nur nach einer personenbezogenen Registrierung.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht des Projekts.

    Ansprechpartner Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide:

    • Dr. Christine Glauning (Leitung)
      E-Mail: glauning"at"topographie.de 
    • Anita Szczukowski (Projektkoordination)
      E-Mail: szczukowski"at"topographie.de

    Website: www.dz-ns-zwangsarbeit.de/