FAQ

Mitmachen!

Welche Einrichtungen können sich rein formal um eine Förderung bewerben?

Generell können sich alle Kultureinrichtungen mit Sitz in Berlin um eine Förderung im Rahmen des Förderprogramms Digitalisierung bewerben. Sollte sich Ihre Einrichtung in mittelbarer oder unmittelbarer Trägerschaft des Landes Berlin befinden, ist dies ein Pluspunkt, denn diese Einrichtungen werden aufgrund ihrer Trägerschaft vorrangig berücksichtigt. Das Ziel des Förderprogramms ist im Rahmen der verfügbaren Mittel die weitergehende Nutzung von Digitalisaten.

Über die Anträge wird im Rahmen eines Wettbewerbs entschieden. Eine fünfköpfige externe Auswahljury bewertet die Projektanträge aufgrund ihrer fachlichen Eignung und gibt ihre Empfehlungen weiter an die Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Die Empfehlung hängt also nicht allein von der Trägerschaft ab, sondern auch davon, wie überzeugend der Inhalt des dargestellten Projektvorhabens ist. Schauen Sie dazu bitte unbedingt in die Förderrichtlinie Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes Berlin 2017.

Aber womit?

Welche Objekte sollten im Rahmen des Förderprogramms Digitalisierung Berlin digitalisiert werden?

Prüfen Sie, ob der Bestand, den Sie digitalisieren lassen wollen, repräsentativ für Berlin ist. Was macht ihn Ihrer Meinung nach dazu? Legen Sie bitte Ihre Auswahlentscheidung im Projektantrag kurz dar. Vielleicht können Ihnen auch bereits geförderte Projekte eine Hilfestellung geben, um eine begründete Auswahl zu treffen. Auf der Webseite von digiS finden Sie eine Auflistung der Projektpartner und ihrer Projekte aus dem Förderprogramm.

Prüfen Sie, insbesondere wenn Sie noch keine oder wenig Erfahrung mit Digitalisierung haben und erst entsprechende Workflows aufbauen müssen, ob es Sinn macht mit einem übersichtlichen Teil Ihres Bestandes zu beginnen um Kompetenzen aufbauen zu können.

  • Jede Digitalisierung stellt im urheberrechtlichen Sinn eine Vervielfältigung dar. Das Recht auf Vervielfältigung hat nach deutschem Urheberrecht stets der Urheber inne. Damit Museumssammlungen, Archiv- und Bibliotheksbestände also digitalisiert und online zugänglich gemacht werden können, müssen sie entweder rechtefrei sein oder die jeweiligen Institutionen haben aufgrund urheberrechtlicher Schrankenregelungen oder aufgrund von Lizenzen das Recht zur Digitalisierung bzw. Verfügbarmachung der Daten.

    Eine erste thematische Orientierung gibt die von digiS herausgegebene "Handreichung – Rechtliche Rahmenbedingungen für Digitalisierungsprojekte in Gedächtnisinstitutionen".

    Auch die DDB hat ihre Lizenmodelle veröffentlicht: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/content/lizenzen-und-lizenzhinweise-rechtssicherheit-der-deutschen-digitalen-bibliothek.

    Da das Förderprogramm Digitalisierung auf die öffentliche Zugänglichmachung der digitalen Kulturerbe-Objekte ausgerichtet ist, sollten Sie in jedem Fall vor der Antragstellung prüfen, ob Ihre Institution bei den zur Digitalisierung ausgewählten Objekten über die hierfür entsprechenden Nutzungsrechte verfügt.

    digiS hat in Kooperation mit iRights Musterverträge für Kulturinstitutionen erstellen lassen. Laden Sie sich die Muster gern hier von unserer Webseite herunter. Falls Ihre Institution darüber hinaus die Möglichkeit hat, die ausgewählten Objekte auch unter einer offenen Lizenz verfügbar zu machen, würden wir Ihnen die Verwendung dieser Lizenzen empfehlen. Je offener digitale Inhalte verfügbar gemacht werden können, desto vielfältiger können sie genutzt werden. Die Creative Commons (oder Jedermann-)Lizenzen ermöglichen eine vergütungsfreie Nutzung der lizenzierten Werke nach einem abgestuften Modell.

    Für gegebenenfalls noch verbleibende und im Detail zu klärende Rechtefragen ist es sinnvoll im Projektantrag entsprechende weitere Ressourcen einzuplanen. Sprechen Sie gern mit uns, wenn Sie Fragen dazu haben!

  • Digitalisierung

    Da Sie im Projektantrag einen Kostenplan mit einreichen müssen, brauchen Sie bereits für Ihren Projektantrag einen Kostenvoranschlag von einem / mehreren Digitalisierungsdienstleistern. Eine Adressübersicht können Sie bei uns bekommen oder auch z.B. auf den Seiten des „Forum Bestandserhaltung“. Technische Empfehlungen zur Digitalisierung finden Sie in den entsprechenden Richtlinien der DFG und in der von digiS herausgegebenen Checkliste Digitalisierung 1.1.

    Leider gibt es keine deutschsprachigen technischen Standards, sehr wohl aber z. B. diese beiden englischsprachigen:

    Und bei Fragen… kontaktieren Sie uns! Wir bieten im Rahmen des Förderprogramms Unterstützung und Beratung im Hinblick auf die Anforderungen an ihren jeweiligen Digitalisierungsdienstleister an.

    Metadaten

    Durch die Verwendung von (Metadaten-) Standards können Sie Ihre digitalen Artefakte in neuen Kontexten und Zusammenhängen und für neue Zielgruppen verfügbar machen. Sollten Sie bislang kaum fach- oder spartenspezifische Standards oder Normvokabulare in ihrer Erschließung verwendet haben, wäre jetzt – passend zu einer möglichen Überarbeitung eines Bestandes oder natürlich bei seiner Erschließung – die Gelegenheit dazu!

    Wir würden Sie gern dazu anregen, sich mit u.a. diesen Fragen vorab zu beschäftigen:

    • Welches sind ihre Zielgruppen?
    • Welche Fragen stellen ihre Nutzer an die Daten?
    • Welche Fragen haben Sie selbst?
    • Wie müssen sie ihre Daten also aufbereiten, um Antworten aus den Daten heraus geben zu können?

    Für den Projektantrag sollten Sie hierfür ungefähre Aussagen treffen können – auch um die von Ihnen zu beantragenden Aufwände (Zeit, Personal) richtig einschätzen zu können. Sie können sich dazu gern vor der Antragstellung mit uns in Verbindung setzen. Alternativ können Sie sich auch an spartenspezifische Beratungsstellen oder an die Fachstellen der Deutschen Digitalen Bibliothek wenden. Fragen Sie projekt- und digitalisierungserfahrene Kollegen/innen; alle Ansprechpartner/innen der bisherigen Projektpartner aus dem Berliner Förderprogramm finden Sie auf unserer Webseite.

    Erschlossene Bestände machen weniger Arbeit!

    Wählen Sie einen Bestand aus, der möglichst schon erschlossen ist. Damit können Sie Zeit- und Personalressourcen im späteren Projekt verringern.

    Mein Bestand ist nicht oder nur für interne Zwecke erschlossen – was nun?
    Beantragen Sie ausreichend Personalressourcen für eine Neuerschließung oder eine Überarbeitung der vorhandenen Erschließungsinformationen! Planen Sie dafür ausreichend Zeit im Projektablauf ein und machen Sie dies im Projektantrag transparent.

    In welchem Metadatenformat müssen sie später die Daten an digiS bzw. über digiS an die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) liefern?
    Eindeutig zugelassene Formate sind Dublin Core (DC), Encoded Archival Description (EAD), METS/MODS, MARCXML und LIDO. Diese Formate sind in den jeweiligen Sparten weit verbreitet.

    Wir bieten im Rahmen des Förderprogramms Unterstützung und Beratung zu den Themen Mapping und Datenexport an. Da die Konzeption eines Datenmappings sowie die technische Umsetzung aufwändige und ausdrücklich nicht triviale Tätigkeiten sind, sollten Sie dafür ausreichend Zeit, Personal und Geld einplanen.

  • digiS kümmert sich im Rahmen des Förderprogramms um die Langzeitverfügbarkeit (aka „Langzeitarchivierung“) der Projektdaten. Dies geschieht in Kooperation mit dem Zuse Institute Berlin (ZIB). Sie haben die Möglichkeit die Langzeitarchivierung ihrer Daten über digiS am ZIB durchführen zu lassen – aber natürlich auch andernorts. Sie sollten dazu auch unabhängig vom Förderprogramm Vorsorge treffen. Die Langzeitverfügbarmachung von erzeugten Daten ist ein wichtiger Bestandteil des Förderprogramms, weswegen Sie Ihre Überlegungen hierzu oder auch bereits konkrete erste Maßnahmen in ihrem Projektantrag mit aufgreifen und für uns nachvollziehbar machen sollten. Wir beraten Sie gern im Vorfeld der Antragstellung, was Langzeitverfügbarkeit bedeutet. Unsere Vorstellungen und Leitlinien zum Umgang mit Daten und deren Langzeitverfügbarkeit können Sie in unserer „Guidance Policy“ nachlesen.

    Sofern Ihre Institution noch nicht über eine institutionseigene Webpräsentation von Objekten verfügt und die Objekte auch nicht über andere (Verbund-)Plattformen zugänglich sind, müssen Sie hierfür im Projekt ein Konzept entwickeln und dessen Umsetzung einplanen.

    Eine eigene Webpräsentation der Daten ist eine notwendige Voraussetzung, um Daten in der DDB darstellen zu können. Die Aggregation ihrer Daten für die DDB können Sie über digiS veranlassen.

  • Die Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes innerhalb des Förderprogramms soll in den Institutionen in einen erkennbaren Gesamtprozess / Workflow zur Digitalisierung eingebettet sein. Das beantragte Vorhaben ist idealerweise der Beginn oder bereits ein Teil der digitalen Zukunftsvision der antragstellenden Einrichtung.

    Aus der übersichtlichen Darstellung der inhaltlichen und zeitlichen Gliederung des Projektvorhabens und der damit verbundenen Ressourcenplanungen sollte eindeutig die Realisierbarkeit des Vorhabens im beantragten Projektzeitraum hervorgehen.

    Meilenstein / Ressourcenplanung

    • Inhaltliche und zeitliche Projekt-Meilensteine setzen und im Antrag darlegen
    • personell, finanzielle Untersetzung der Projekt-Meilensteine
    • transparente Kostenaufstellung (Sachkosten, Personalkosten, gibt es Eigenanteile?)

    Fragen Sie sich dabei, ob das ausgewählte Vorhaben im maximalen Projektzeitraum (=1 Kalenderjahr) bzw. bis zum Jahresende machbar ist. Berücksichtigen Sie ggf. „Soll-Bruchstellen“ in ihrem Projekt  und stellen Sie diese im Antrag dar (Können Sie bspw. die Menge an zu digitalisierenden Objekten reduzieren und damit Kosten sparen, und gleichwohl das Projektvorhaben sinnstiftend erhalten?). Es sollte außerdem deutlich werden, dass und wie die Institution mögliche Nacharbeiten auch nach Ablauf des Projektzeitraums übernehmen wird.

    Falls Sie bereits mit Institutionen wie der DDB, Europeana, Wikimedia, Open Knowledge Foundation etc. kooperieren und auch bereits Daten an diese geliefert haben, weisen Sie dies bitte kurz in Ihrem Antrag aus. Sind weitere Partner zum Beispiel aus dem wissenschaftlichen Umfeld oder auch aus anderen Bereichen in das Projekt involviert oder unterstützen dies ausdrücklich, legen Sie dem Antrag gern eine kurze Empfehlung bei. Weisen Sie aber in jedem Fall auf diese Kooperationen hin.

  • Es ist für uns als Koordinierungsstelle und auch für die Zusammenarbeit mit den anderen Projektpartnern im Netzwerk des Förderprogramms wichtig, dass sich alle teilnehmenden Partner um eine vertrauensvolle Kommunikation bemühen, die von gegenseitiger Wertschätzung getragen ist. Wir wünschen uns eine proaktive Kommunikation seitens unserer Projektpartner über Probleme und Herausforderungen im Projektprozess. Nur so können wir Sie im Projekt frühzeitig unterstützen und mögliche Stolpersteine mit Ihnen gemeinsam aus dem Weg räumen!

    Wir bemühen uns zusammen mit der Senatsverwaltung für Kultur und Europa den verwaltungstechnischen Aufwand und die damit verbundenen Auflagen für die Projektpartner so gering wie möglich zu halten. Dadurch können Sie sich wirklich auf inhaltliche Arbeiten konzentrieren.

    Unser Ziel ist es mit dem Förderprogramm ein lernendes Netzwerk aufzubauen, so dass am Ende eines Förderzeitraums nicht nur eine einzelne Institution, sondern das gesamte Netzwerk neue Erkenntnisse gewonnen hat!